Es ist wirklich toll, dass die Gedanken, die zur Gründung des StammTiggeRs führten, ein Jahr später ein zweites Netzwerk zur Welt zu bringen vermochte. Der Stammtisch gegen Rassismus unterstützt ausdrücklich die Gründung des neuen Netzwerks im Landkreis Altötting, das sich zur Aufgabe macht, gegen Diskriminierung und für Respekt, Vielfalt und Demokratie einzustehen.  Am 30.10.2024 fand im Gemeindesaal der Kirche Zum Guten Hirten das erste Treffen statt.

Die Freude über die Schaffung des Bündnisses trübt allerdings der Grund dafür. Zum einen die Fassungslosigkeit, das niemand etwas gegen die erstarkende rechte Hetze zu unternehmen schien, wie es Claudia beschrieb. Zum anderen, dass der StammTiggeR es nicht schaffte, hier bereits für Bekanntheit zu sorgen und damit die Fassungslosigkeit in Mut zu wandeln.  

Daher begeistert es aber umso mehr, dass sich diese beiden Institutionen gefunden haben. Mit dem ausdrücklichen Willen zur intensiven Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung werden wir uns ergänzen und gemeinsam gegen rassistische und diskriminierende Kräfte einstehen. 

Einen herzlichen Dank für die Einladung und bisherige sowie kommende Orgaleistung. insbesondere an Stefan Mittermeier, Thilo Neuhaus, Claudia Lewien und Inga Schübel.

Wichtiger Hinweis: Am 19.01.2025 findet um 19:00 Uhr die offizielle Gründung der Gruppe statt. Eine Arbeitsgruppe bereitet die Details und den Rahmen bis dahin vor. Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben. Auch hier auf der Webseite.

Nachfolgend das vorläufige Leitbild des Bündnisses, das nicht vollumfänglich im Artikel der PNP abgedruckt werden konnte. 

Altöttinger Bündnis für Demokratie, Vielfalt und Respekt

Am 30. Oktober 2024 wurde das Altöttinger Bündnis für Respekt, Vielfalt und Demokratie gegründet. Nach vermehrt fremdenfeindlicher Hetze und dem Erstarken des Rechtsextremismus entstand die Idee der Vernetzung von Bürger*innen, Organisationen und Einrichtungen in unserem Landkreis, um ein Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung zu setzen und gemeinsam deutlich zu machen, für welche Werte wir einstehen. Das Bündnis ist ein überparteilicher, überkonfessioneller und vielfältiger Zusammenschluss von Bürger*innen, Organisationen, Initiativen und Unternehmen sowie privaten und öffentlichen Einrichtungen.

Leitbild
Wir sehen uns als Vertreter*innen einer multikulturellen, demokratischen und vielfältigen Bürgerschaft in unserem Landkreis. Unser Engagement beginnt dort, wo Vielfalt, Freiheit, Demokratie und Toleranz bedroht werden. Respekt und der friedliche, wertschätzende Umgang miteinander sind unsere Grundsätze, gerade in der politischen Auseinandersetzung und einer sich wandelnden Gesellschaft.

Wir fördern den demokratischen Diskurs und lehnen Diskussionen, Meinungen und Haltungen ab, die die Menschenwürde verletzen und unser Grundgesetz nicht anerkennen.

Wir verstehen unseren Auftrag darin, Menschen zusammenzubringen und sie zu ermutigen, sich einzubringen und gesellschaftlich zu engagieren.

Unser Bündnis wird durch Aktionen, Seminare oder Veranstaltungen die Begegnung und den Austausch in unserer Bürgerschaft aktiv fördern. So werden wir uns einerseits präventiv gegen politischen, religiösen oder sonstigen Extremismus und Intoleranz sowie für ein nachhaltiges und klares Demokratieverständnis einsetzen. Zum anderen werden wir bei akuten Bedrohungen unserer Demokratie unsere Stimme erheben und entsprechend reagieren.

Wir bekennen uns zu der Idee eines geeinten und friedlichen Europas und darüber hinaus und engagieren uns gegen den aufkeimenden Nationalismus.

Unser Bündnis soll sichtbar, unsere Maßnahmen spürbar sein. Wir möchten die Menschen dafür gewinnen, selbst mitzuwirken und sich einzumischen.

Wir entwickeln zusammen mit unseren Mitgliedern eigene Formate, um unsere Ziele zu erreichen. Dabei streben wir aktiv nach Partnerschaften mit anderen Organisationen und Institutionen auf lokaler und regionaler Ebene.

Um Demokratie, Vielfalt und Respekt aktiv zu fördern, initiieren wir generationsübergreifende Formate in Form von Multiplikatoren-Schulungen und weitere Bildungsarbeit vor allem für Kinder, Jugendliche und Familien.“